Kampagnen gestalten und bewerben

Soziale Medien in der Jugendverbandsarbeit

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Am 30.04. fand in der Geschäftsstelle Koblenz ein Seminar statt, das sich mit der Organisation und Durchführung von Kampagnen mithilfe sozialer Medien, aber auch alternativer Möglichkeiten befasste. Insgesamt 10 Teilnehmer konnten unter Anleitung von Annika Müller vom Institut für Medien und Pädagogik in Mainz ihrer Kreativität freien Lauf lassen und verschiedene Tools und Web 2.0-Angebote testen.

Annika Müller eröffnete das Seminar mit einer Präsentation, die erläuterte, worauf es bei einer Kampagne überhaupt ankommt. Besonders im Gedächtnis blieb dabei das AIDA-Prinzip. AIDA steht hierbei für attention, interest, desire und action, was bedeutet, dass eine Kampagne zunächst Aufmerksamkeit auf sich ziehen, Interesse und Begehren, dabei zu sein auslösen und letztlich auch zu einer Aktivität motivieren soll.

Wie dies zu erreichen ist, konnten die Teilnehmer anschließend an insgesamt 5 Stationen selbst ausprobieren. Hierzu hatte Annika Müller fünf Rechner mitgebracht, an denen Ideen direkt praktisch erprobt und umgesetzt werden konnten. Großer Wert wurde hierbei darauf gelegt, kostenlose Tools und Ressourcen einzusetzen, um so auch mit kleinstem Budget bestmögliche Ergebnisse zu erzielen.

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Die erste Station befasst sich mit der Formulierung eines knackigen Slogans, der die Botschaft der Aktion kurz und prägnant rüberbringt und den Menschen im Ohr bleibt. Mittels einer Mindmap lernten die Teilnehmer einzelne Elemente auf verschiedene Weise zu kombinieren, bis am Ende ein origineller Spruch entstand.

Die zweite Station erläuterte, wie online kostenlos QR-Codes für verschiedenste Einsatzzwecke erstellt werden können. Die kleinen, unscheinbaren Codes hatte sicherlich jeder schon hier und da gesehen, welche kreativen Möglichkeiten für deren Einsatz bestehen, überraschte jedoch viele. So ermöglichen QR-Codes auf Flyern, Postern oder Visitenkarten das schnelle übernehmen von Kontakten, Terminen, Webseiten, Orten, usw. in das eigene Handy. Genauso wäre es möglich, beispielsweise auf das Poster für eine Fete einen Code zu drucken, der zu einem Video der letzten Fete führt und Lust auf mehr macht. Den Ideen sind hier keine Grenzen gesetzt.

Die dritte Station stellte das kostenlose Online-Bildbearbeitungs-Tool Fotor vor, das sehr einsteigerfreundlich aufgemacht ist und zahlreiche Vorlagen für diverse Printmedien anbietet. Außerdem lernten die Teilnehmer hier Seiten kennen, auf denen lizenzfreie Fotos und Grafiken runtergeladen und für eigene Designs verwendet werden konnten. So kann sich eine Gruppe durchaus mal den Gang zum Grafiker und entsprechend viel Geld sparen und dennoch einen tollen Flyer drucken lassen.

Passend dazu konnten an Station Vier diverse Flyer verschiedener Organisationen und Veranstaltungen verglichen und analysiert werden, was auf den ersten Blick besonders anspricht und wahrscheinlich von jungen Menschen am ehesten in die Hand genommen wird. Daraus ließen sich einige wichtige Tipps für die Gestaltung eigener Medien ableiten.

Die letzte Station war weniger auf Kreativität sondern eher auf effiziente Zusammenarbeit ausgelegt. Mittels eines Etherpads konnten die Teilnehmer online gleichzeitig an einem gemeinsamen Dokument arbeiten und so z.B. Programme oder Zeitpläne für Veranstaltungen konzipieren. Dies bietet sich insbesondere für Landjugendgruppen an, da viele Mitglieder in eigenen oder elterlichen Betrieben eingespannt sind, wenig Zeit haben und oftmals auch einfach geografisch weit auseinander leben und so selten dazu kommen, gemeinsame Termine zu finden, um sich für Absprachen und Planungen zu treffen. Kollaborative Onlinetools sind hier ein wichtiges Hilfsmittel, um dennoch dezentral miteinander arbeiten zu können und ein Projekt voranzutreiben.

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Zum Abschluss präsentierte Annika Müller originelle Kampagnen, die in den sozialen Medien starke Verbreitung fanden und ihren Initiatoren entsprechend viel Aufmerksamkeit einbrachten.

Insgesamt wurde deutlich, dass soziale Medien ein wichtiger Bestandteil von moderner Öffentlichkeitsarbeit sind und inbesondere für die schnelle Verbreitung von Informationen nützlich sein können. Sie ersetzen jedoch nicht den klassischen Flyer, das Poster, den Artikel in der Zeitung, etc. Es kommt auf die gelungene Kombination von analoger und digitaler Werbung an, um ein möglichst großes und breites Publikum anzusprechen.