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17.11.2018 - 18.11.2018

Berufsorientierungsseminar 2016 in Bad Kreuznach

Landjugendverbände informieren über Grüne Berufe

 

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Erstmalig veranstalteten die Landjugendverbände in Rheinland-Pfalz gemeinsam ihr Berufsorientierungsseminar für die Grünen Berufe in den Sommerferien. Das traditionell in den Osterferien stattfindende Seminar wurde vom 01. – 03. August auf der Deula in Bad Kreuznach durchgeführt und bot für Schüler die Gelegenheit, sich über die insgesamt 14 Grünen Berufe umfassend zu informieren.

Geleitet wurde das Seminar von den Bundesjugendreferent Steven Schröder (LJ Rheinland-Nassau) Bildungsreferentin Vera Schückler (LJ RheinhessenPfalz) und Bildungsreferent Frank Decker (Ländliche Erwachsenenbildung Rheinland-Pfalz)

Beginn war am Montag, den 01.08. um 10:00 Uhr. Nach einer Begrüßungsphase führten Steven Schröder und Vera Schückler ein Informationsgespräch mit den Eltern der Jugendlichen. Nachdem das Konzept des Seminares und der Programmablauf vorgestellt waren, kamen die Eltern selbst zu Wort und berichteten über den eigenen familiären und beruflichen Hintergrund und die Motivation ihrer Kinder, in die Grünen Berufe reinzuschnuppern. Die Teilnehmer selbst konnten in dieser Zeit gemeinsam mit Frank Decker ihre eigenen Erwartungen an das Seminar und ihre Interessensschwerpunkte beleuchten.

Um 11 Uhr hielt Johannes Lenz von der „Passgenauen Besetzung“ der Landwirtschaftskammer Rheinland-Pfalz einen Übersichtsvortrag über das gesamte Spektrum der Grünen Berufe, ging auf Vor- und Nachteile ein und erläuterte, wie der Einstieg in diese Branchen jeweils aussehen kann.

Nach dem Mittagessen stand dann schon der erste Betriebsbesuch auf dem Plan. Gemeinsam mit ihren Betreuern fuhren die Jugendlichen zum Forstamt Soonwald, wo sie von den dort tätigen Auszubildenden eine Demonstration im Fällen von Bäumen erhielten. Hier wurde deutlich, wie wichtig Teamfähigkeit und gute Kommunikation sind, um aufeinander zu achten und sowohl die eigene Sicherheit als auch die Umstehender zu gewährleisten. Der Forstwirt wurde als attraktiver Berufs präsentiert, der jedoch auch hohe Ansprüche stellt, so dass es gar nicht so einfach ist, einen der begehrten Ausbildungsplätze zu ergattern.

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Im Anschluss fuhr die Gruppe nach Bockenau und besuchte den Milchviehbetrieb von Andreas Essich. Dieser erläuterte den Arbeitsalltag mit den Tieren, die natürlich auch ungewöhnliche Arbeitszeiten mit sich bringen. Wochenenden und Feiertage verlieren ihre Bedeutung, wenn Tiere zu versorgen sind, die auch an Weihnachten oder Silvester ihr Futter bekommen und gemolken werden wollen. Herr Essich erläuterte außerdem, dass es heutzutage wichtig ist, sich stets weiterzubilden, auf dem aktuellen Stand zu sein und über Flexibilität zu verfügen. Insbesondere jungen Leuten legte er ans Herz, die Chance zu nutzen, auch Praktika im Ausland zu machen, um möglichst viel zu sehen, zu lernen und so den eigenen Horizont zu erweitern.

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Wieder zurück auf der Deula wurde abends „Orientierung“ wörtlich genommen. Frank Decker übergab den Jugendlichen einen Teamrucksack mit Wasser, Erste-Hilfe-Set und anderen Hilfsmitteln und schickte sie auf eine GPS-Erkundungstour. Unterwegs galt es dabei, verschiedene Aufgaben und Herausforderungen im Team zu bewältigen und so gemeinsam das Ziel zu erreichen. Hier zeigte sich schnell, dass manch einer noch etwas an seiner Teamfähigkeit arbeiten muss, um später im Beruf bestehen zu können.

Der Dienstag begann nach einem Warm-Up mit einer Theorieeinheit, die sich mit den Erwartungen von Betrieben an Auszubildende und Bewerber allgemein befasste. Hier wurde den jungen Teilnehmern vor allem auch deutlich gemacht, dass die Berufsausbildung für einen Betrieb stets mit einem hohen zeitlichen und finanziellen Aufwand verbunden ist und Forderungen nach Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit somit durchaus berechtigt sind. Hierzu hatte Steven Schröder eine anschauliche Präsentation vorbereitet, die dazu anleitete, gemeinsam häufig geforderte Kompetenzen zu erarbeiten, in eigenen Worten zu erläutern und abzuwägen, wo die eigenen Stärken und Schwächen liegen. Frank Decker machte die Theorie mit der Übung „Team-Turm“ nochmal greif- und erlebbar, so dass die geforderten Schlüsselqualifikationen in der Ausbildung allen nachhaltig im Gedächtnis geblieben sein dürften.

Anschließend standen wieder Betriebsbesichtigungen auf dem Plan. Zunächst ging nach Ingelheim zum Garten- Landschaftsbaubetrieb „Gartenform“. Betriebsinhaber Thomas Georg führte über eine aktuelle Baustelle bei Privatkunden, die ihren Garten neu gestalten ließen. Herr Georg erläuterte den Prozess von der Skizze bis hin zur fertigen Anlage und erklärte den Teilnehmern den Ablauf der Ausbildung und die verschiedenen Spezialisierungen, die dem Gärtner zur Auswahl stehen.

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Ebenfalls in Ingelheim liegt das Weingut der Familie Hamm, das 2015 von der Landjugend und der Landwirtschaftskammer zum Ausbildungsbetrieb des Jahres gekürt wurde. Da hier sowohl Winzer als auch Hauswirtschafter ausgebildet werden, wurden zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen. Den Anfang machte Herr Hamm, der durch die Verkaufsräume, das Lager, die Etikettierung und den Weinkeller führte und den Reiz des Winzerberufes erläuterte. Er machte deutlich, dass der Beruf des Winzers auch für diejenigen sinnvoll sein kann, die selbst keinen elterlichen Betrieb im Rücken haben, da die Perspektiven in diesem Beruf sehr gut seien.

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Für die Ausbildung im Bereich Hauswirtschaft ist Frau Hamm zuständig, die während eines gemeinsamen Mittagessens aufzeigte, wie abwechslungsreich der Beruf tatsächlich ist und welche Verantwortung Hauswirtschafter zum Teil für den reibungslosen Ablauf im Betrieb tragen. So ist es im Weingut nicht ungewöhnlich, dass Frau Hamm und ihre Auszubildende 16 Mitarbeiter versorgt, ihnen täglich frische Mahlzeiten zubereitet, ihre Arbeitskleidung wäscht und in Schuss hält und dafür sorgt, dass sich jeder im Betrieb wohlfühlt. Hier wurde schnell klar, dass ein gewissen Organisationstalent unabdingbar für den Beruf ist.

Zu guter Letzt ging eszur Reitsportanlage Eidam & Partner in Erbes-Büdesheim. Herr Eidam führte über die Anlage und skizzierte den typischen Arbeitsalltag eines Pferdewirten, der nicht aus Pferdestreicheln und –füttern besteht, wie viele Interessierte fälschlicherweise oft annehmen. Vom Pflegen der Anlage, der Tiere und Unterbringungsboxen bis hin zur Beratung und Betreuung von Kunden, die ihre Tiere in guten Händen wissen wollen, bietet der Beruf viel Abwechslung. Natürlich gehört auch das Reiten zu den Hauptaufgaben, so dass schon Vorkenntnisse ratsam sind, bevor eine Ausbildung begonnen wird.

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Zurück in der Deula wurden die Teilnehmer angehalten, sich mithilfe des „KompetenzChecks“ Gedanken über die eigenen Stärken und Schwächen zu machen und sich auch zu überlegen, was dies für die eigene berufliche Zukunft bedeutet. Allen wurde klar, dass sie vielfältige Stärken aber auch Entwicklungspotentiale mitbringen, an denen sie zukünftig arbeiten möchten.

Abends waren dann junge Praktiker aus verschiedenen Berufen eingeladen, um den interessierten Jugendlichen Rede und Antwort zu stehen. Die Praktiker/innen gingen dabei detailliert auf die positiven Seiten, aber auch die Nachteile ihres jeweiligen Berufes ein. Es wurde sehr deutlich, dass alle mit sehr viel Leidenschaft ihren Beruf ausüben und dass eben diese auch ausschlaggebend ist, ob man in seinem Beruf glücklich bleibt oder nicht. Damit jeder Teilnehmer auch mit jedem Berufsvertreter ins Gespräch kam, wurde , ähnlich eines Speed-Datings, jeweils 5 Minuten mit jeder Person gesprochen und dann gewechselt. Im Anschluss durfte jeder aber auch frei zu den Berufsstationen gehen, über die man sich weiter informieren wollte.

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Der dritte und letzte Tag begann wieder mit einer Theorieeinheit. Hierbei kam ein Arbeitsblatt zum Einsatz, auf dem die Jugendlichen ihren potentiellen Wunschberuf eintragen und gewichtet bilanzieren konnten, welche Vor- und Nachteile sie persönlich in ihm sehen. Dies erleichterte die Entscheidung, ob der jeweilige Beruf nun wirklich zu einem passt oder ob man vielleicht doch eher erst mal noch ein Praktikum absolvieren sollte, bevor man sich endgültig entscheidet.

Zu Fuß bracht man dann auf zum landwirtschaftlichen Betrieb agrar-Kontor GmbH von Familie Hesselbach. Dort gab es dieses Mal leider nur einen eher kleinen Fuhrpark zu bewundern, da das Seminar im Sommer natürlich genau in die Arbeitsspitzen der Landwirte fiel und Maschinen auf dem Feld unterwegs waren statt in der Halle zu stehen. Dennoch bot Herr Hesselbach einen interessanten Überblick über die Tätigkeiten im Ackerbau und die heutigen technischen Möglichkeiten mit ihren Vor- und Nachteilen.

Letzter Programmpunkt des Seminares war der Rundgang auf der überbetrieblichen Ausbildungsstätte Deula, auf der die Teilnehmer die letzten Tage auch untergebracht waren. Nach der Führung durch die verschiedenen Hallen und Erläuterung der vorhandenen Technik und angebotenen Lehrgänge durfte beim Geschicklichkeitsfahren mit verschiedenen Landmaschinen das eigene Können unter Beweis gestellt werden.

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Gleichzeitig begannen Steven Schröder und Frank Decker das Abschlussgespräch mit den Eltern und boten einen Rückblich zum Seminar ebenso wie ihre Einschätzungen und Empfehlungen zu den einzelnen Jugendlichen.

Die Landjugend Rheinland-Nassau bedankt sich ganz herzlich bei den Teilnehmern für vier tolle Tage und wünscht allen viel Erfolg für die berufliche Zukunft, ganz gleich, ob grün oder nicht!

Viele Bilder aus dem Seminar sind auf unserer Facebook-Seite zu finden unter www.facebook.com/LandjugendRLN