Termine

Sep
30

30.09.2017

Okt
10

10.10.2017 - 15.10.2017

Okt
18

18.10.2017 - 19.10.2017

Okt
21

21.10.2017 - 22.10.2017

Okt
25

25.10.2017 19:30 - 23:30

Nov
10

10.11.2017 - 12.11.2017

Nov
18

18.11.2017 - 19.11.2017

Mär
17

17.03.2018 - 18.03.2018

Mär
26

26.03.2018 - 29.03.2018

Apr
14

14.04.2018 - 15.04.2018

Landjugend informierte über die Grünen Berufe

berufsorientierungsseminar 2017

Vom 10.04. bis 13.04. fand in der Jugendherberge Bad Kreuznach das alljährliche Berufsorientierungsseminar der Landjugendverbände Rheinland-Pfalz statt. Dieses Jahr war die Nachfrage nach dem Seminar erfreulich groß, insgesamt nahmen 17 junge Menschen teil und informierten sich über Karrierechancen in den Grünen Berufen. Aufgrund der Auslastung der Herberge konnten nicht alle Interessenten berücksichtigt werden. Die Landjugend ermutigt diese, sich beim nächsten Berufsorientierungsseminar erneut anzumelden und würde diesen dann auch den Vorzug geben.

Geleitet wurde das Seminar von den Bundesjugendreferent_innen Steven Schröder und Carina Wittmann sowie Diplom-Pädagoge Frank Decker von der Ländlichen Erwachsenenbildung Rheinland-Pfalz.

Beginn war am Montag, den 10.04. um 15:00 Uhr. Nach einer Begrüßungsphase führten Steven Schröder und Carina Wittmann ein Informationsgespräch mit den Eltern der Jugendlichen. Neben dem Programm des Seminares wurde hier insbesondere der eigene Hintergrund, die Einstellung zu den Grünen Berufen und die Motivation der Kinder, an dem Seminar teilzunehmen thematisiert.

Um 16 Uhr fand für die Teilnehmer einleitend eine Infoveranstaltung statt. Frau Antonia Aller von der „Passgenauen Besetzung“ der Landwirtschaftskammer Rheinland-Pfalz präsentierte in einem Vortrag die 14 Grünen Berufe und beantwortete erste Fragen.

Der Abend des ersten Tages wird traditionell durch verschiedene Teamübungen gestaltet, die das Eis brechen und die Teilnehmer miteinander vertraut machen. Den Trainern bieten diese Übungen zudem die Gelegenheit, die sozialen Kompetenzen der Jugendlichen zu beurteilen. Das überraschend gute Wetter während der vier Tage lud generell dazu ein, jede Gelegenheit zu nutzen, gemeinsam draußen etwas zu erleben.

Der Dienstag begann mit einer Theorieeinheit, die sich vor allem mit den eigenen Vorstellungen und Wünschen der Teilnehmer befasste. Jeder wurde angehalten, sich selbst klar zu machen, was ihm für sein späteres Berufsleben eigentlich wichtig ist. Die Ergebnisse wurden dann gemeinsam in der Gruppe besprochen. Außerdem wurden die Teilnehmer angeleitet, sich darüber Gedanken zu machen, wie sie sich ihren zukünftigen Lebensstil realistisch vorstellen und welche finanziellen Mittel sie für diesen benötigen. Aus all diesen Erkenntnissen wurden dann gemeinsam Fragen formuliert, die vor Ort in den Betrieben gestellt werden konnten, um abzuschätzen, ob der jeweilige Beruf die eigenen Wünsche und Vorstellungen erfüllt.

berufsorientierung 01

Erste Station der Betriebsbesuche war der Milchviehbetrieb von Familie Essich in Bockenau. Andreas Essich erläuterte den Arbeitsalltag in seinem Betrieb und die typischen Aufgaben, die junge Auszubildende im Bereich der Landwirtschaft erwarten. Vor allem bei der Arbeit mit Tieren gibt es kein Wochenende, keine geregelten Arbeitszeiten, usw. Die Kuh hat ihren eigenen Rhythmus, ihre eigenen Bedürfnisse und richtet sich nicht nach Wochentagen oder Uhrzeiten.

Nächster Halt war im Forstamt Soonwald, wo Herr Grauer die Gruppe empfing. Der Beruf des Forstwirten erfordert vor allem eines: Teamwork. Die vielfältigen Aufgaben im Wald bergen immer auch ein gewisses Risiko und können nur gemeinsam sicher bewältigt werden. Entsprechend ist es wichtig, gut miteinander kommunizieren und sich aufeinander verlassen zu können. Eine typische Aufgabe ist z.B. das Fällen von Bäumen. Hier erhielten die Besucher eine Demonstration vor Ort.

Zurück in der Herberge wartete dann bereits die Rallye durch die Grünen Berufe. An verschiedenen Stationen konnten typische Tätigkeiten wie das Melken einer Kuh an der Station des Landwirten oder das Eintopfen von Pflanzen beim Gärtner spielerisch ausprobiert und nebenbei die eigene Fähigkeit, im Team zu arbeiten gestärkt werden.

Abends waren dann junge Praktiker aus verschiedenen Berufen eingeladen, um den interessierten Jugendlichen Rede und Antwort zu stehen. Die Praktiker/innen gingen dabei detailliert auf die positiven Seiten, aber auch die Nachteile ihres jeweiligen Berufes ein. Die meisten konnten übereinstimmend wiedergeben, dass die Grünen Berufe die wenigsten reich machen. Der Verdienst sollte nicht leitendes Motiv sein, einen solchen Beruf zu ergreifen. Es wurde sehr deutlich, dass alle vor mit sehr viel Leidenschaft ihre Tätigkeit ausüben. Diese muss man als angehender Azubi unbedingt mitbringen, um langfristig in seinem Berufsfeld glücklich zu werden.

Auch der Mittwoch startete mit einem Theorieteil. Dieser behandelte die am häufigsten von Betrieben geforderten Kompetenzen und Mindestanforderungen an Auszubildende und Mitarbeiter. Die Teilnehmer sollten sich selbst die in die Lage eines Betriebsinhabers versetzen und überlegen, worauf sie bei Bewerbern achten würden. Mit einer Teamübung wurde dann ausprobiert, wie die gesammelten Kompetenzen miteinander in Einklang zu bringen sind.

Nach diesem Theorieteil standen dann insgesamt drei Betriebsbesuche auf dem Programm.

berufsorientierung 03

Zunächst ging nach Ingelheim zum Weingut Menk. Der Jungwinzer Sebastian Menk führte sowohl durch sein Weingut als auch den Weinberg und erklärte den Ablauf der Winzerausbildung und möglicher Fortbildungsmöglichkeiten. Er ging auch auf sein Geschäftsmodell ein, viele verschiedene Weinsorten anzubieten, die weit über das Standard-Rieslingangebot vieler anderer Winzer hinausgeht. Er machte deutlich, dass es wichtig ist, durch geschicktes Marketing und gute Produkte Alleinstellungsmerkmale für sich und den eigenen Betrieb herauszuarbeiten, um auf dem umkämpften Markt bestehen zu können.

berufsorientierung 06

Ebenfalls in Ingelheim befindet sich der Garten- und Landschaftsbaubetrieb „Gartenform“. Betriebsinhaber Thomas Georg führte zunächst über sein Verkaufslager und erläuterte die vielfältigen Tätigkeitsbereiche eines Garten-Landschaftsbauers und die verwendeten Materialien. Im Anschluss wurden insgesamt drei Baustellen besucht, die aufgrund ihrer sehr unterschiedlichen Gestaltung illustrierten, wie kreativ der Beruf tatsächlich ist. Neben dem reinen Handwerk ist auch ein Gespür für Ästhetik wichtig, um Kunden passend beraten und mit ihnen gemeinsam ein Konzept für den eigenen Garten zu erarbeiten.

berufsorientierung 04

Abschließend fuhr die Gruppe nach Heidesheim zum Ackerbaubetrieb Diehl. Hier führte Harald Nöth zunächst über den Hof und durch die Maschinenhalle. Er ging sehr detailliert auf die alltäglichen Arbeiten ein und erläuterte, wie man auch ohne elterlichen Betrieb im Rücken in der Landwirtschaft durchstarten kann. Anschließend fuhr er gemeinsam mit den Teilnehmern raus aufs Feld und zeigte anschaulich, welche Pflanzenarten er anbaut, worauf dabei zu achten ist und welche Fehler man machen kann.

Abends wurde das immer noch schöne Wetter zu einer GPS-Teamwanderung genutzt. Frank Decker hatte hierzu vorab bereits eine Wanderstrecke ausgesucht und in GPS-Geräten gespeichert. Durch auf dem Weg versteckte Hinweise und Rätsel mussten sich die Teilnehmer ihren Weg zum Ziel selbst austüfteln.

Am Donnerstag startete die Gruppe mit einer Einheit zur beruflichen Eignung jedes/r Einzelnen. Die Referenten arbeiteten mit den Jugendlichen noch einmal intensiver am eigenen Profil. Mithilfe des KompetenzChecks konnte jeder Teilnehmer für sich selbst nochmal bilanzieren, wo die eigenen Stärken liegen und wo man vielleicht bis zur Ausbildung noch etwas feilen könnte. Dies sollte dann jeder in einer Kleingruppe vortragen. Die anderen Teilnehmer innerhalb der Gruppe konnten dann noch rückmelden, wie sie den- oder diejenige in den vergangenen Tagen erlebt hat und auch vom pädagogischen Fachpersonal gab es Einschätzungen der jeweiligen Stärken und Verbesserungspotentiale.

berufsorientierung 05

Am Donnerstag stand als letzter Programmpunkt des Seminares der Besuch der überbetrieblichen Ausbildungsstätte DEULA in Bad Kreuznach an. Dort wurde den Besuchern das gesamte Spektrum an Maschinen vorgestellt, mit dem es Landwirte, Winzer und Gärtner tagtäglich zu tun haben. Nach der Führung durch die verschiedenen Hallen und Erläuterung der angebotenen Lehrgänge durfte selbst mit landwirtschaftlichen Maschinen über das Gelände gefahren werden.

Zurück in der Herberge wertete Carina Wittmann mit den Teilnehmern das Seminar aus, anschließend reisten nach und nach die Eltern der Teilnehmer an und konnten gemeinsam mit ihren Kindern an Abschlussgesprächen teilnehmen. Hier boten Steven Schröder, Carina Wittmann und Frank Decker Rückblicke zum Seminar ebenso wie ihre Einschätzungen und Empfehlungen zu den einzelnen Jugendlichen. Insgesamt konnten allen Teilnehmern sehr gute soziale Kompetenzen attestiert werden. Viele fühlten sich in ihrer Berufswahl gestärkt, wobei durchaus auch für den ein oder anderen klar wurde, dass die Grünen Berufe eher nichts für sie sind.

Die Landjugend Rheinland-Nassau bedankt sich ganz herzlich bei den Teilnehmern, allen Betriebsleitern und jungen Praktikern für vier tolle Tage. Sie wünscht allen Teilnehmern viel Erfolg für die berufliche Zukunft, ganz gleich, ob grün oder nicht!

Viele Bilder aus dem Seminar sind auf der Facebook-Seite der Landjugend zu finden unter www.facebook.com/LandjugendRLN