Landjugend trifft sich in Cochem

Frühjahrs-Bumi 2018

 

bumi2018

Ein intensives, spannendes, engagiertes, aber auch lustiges Wochenende bei bester Stimmung hatte knapp 80 Landjugendliche aus ganz Deutschland zur Bundesmitgliederversammlung des Bundes der Deutschen Landjugend e.V. (BDL) in die Jugendherberge nach Cochem an die Mosel gelockt. Hier wurde mit viel Empathie und Herzblut für die Belange der Landjugendlichen in ganz Deutschland diskutiert, gestritten, abgestimmt und informiert. So standen neben der Wahl zum Bundesvorstand, die alle zwei Jahre stattfindet, der Geschäftsbericht, die Auswertung von Veranstaltungen, der kommende Deutsche Bauerntag, der Deutsche Landjugendtag, der Berufswettbewerb 2019, die Vergabe von bundeszentralen Veranstaltungen und Anträge aus Landesverbänden auf der Tagesordnung. Ausgerichtet wurde die Frühjahrs-Bundesmitgliederversammlung von der Landjugend Rheinland-Nassau.

Mit viel Charme hatten Mathias Genn und Maria Müller, die Vorsitzenden der Landjugend Rheinland-Nassau die Delegierten der Landeslandjugendverbände in ihrem Landesverband begrüßt und für das schöne Rahmenprogramm gesorgt.

Eine leidenschaftliche Landjugendpolitik, die Trennendes überwindet und für junge Menschen im ländlichen Raum Zukunft schafft - das ist das Versprechen, mit dem der neue Vorstand des Bundes der Deutschen Landjugend (BDL) antritt. Auf den ersten Blick überrascht das genauso wenig wie die Personalien. Denn bis auf Lukas Stede (23) aus Hessen, der erstmals in den Vorstand des größten Jugendverbandes im ländlichen Raum gewählt wurde, scheint sich wenig geändert zu haben.

Und doch haben die Delegierten aus dem ganzen Bundesgebiet mit ihrer Wahl auch über die Ausrichtung des BDL entschieden. Denn sie stimmten für Sebastian Schaller (32). Der Maschinenbaukonstrukteur aus Bayern setzte sich gegen Christoph Daun (29) durch, der sich auch um den Vorsitz beworben hatte. Gemeinsam mit der ebenfalls wiedergewählten Nina Sehnke steht er weitere 2 Jahre an der Spitze des BDL.

Sehr deutlich hatte Sebastian Schaller für Kontinuität bei der jugendpolitischen Arbeit geworben, bei der das anstehende Jubiläumsprojekt #landgemacht ein wichtiger Baustein ist. Für ihn steht fest, dass sich das Projekt nicht nur in Arbeitsstunden und geschaffenen Werten ausdrücken lassen wird. Vielmehr wird es auch Heimat und Zusammenhalt schaffen. Das sind zwei wichtige Brückenpfeiler der Landjugend, die für den neuen und alten Bundesvorsitzenden auf lange Sicht Zukunft der ländlichen Räume und des Verbandes sichern.

Seine Amtskollegin Nina Sehnke (33) kündigte an, sich weiterhin für eine mutige agrarpolitische Ausrichtung stark zu machen. Sie hatte in der vorigen Amtsperiode das Profil des BDL als größte deutsche Junglandwirtevertretung wahrnehmbar geschärft. Besonders am Herzen liege der Agraringenieurin auch die Vermittlung von Alltagskompetenzen, sagte sie bei der BDL-Bundesmitgliederversammlung in Cochem, die von der Landjugend Rheinland-Nassau als großartiger Gastgeberin ausgerichtet worden war.

Mit 100 % der möglichen Stimmen wurde Kathrin Muus (23) erneut in den Vorstand gewählt. Die Studentin weiß künftig den ganzen Verband hinter sich, wenn sie sich für den agrarischen Nachwuchs stark macht. Die Schleswig-Holsteinerin versprach, sich weiterhin auf fachpolitische Fragen der Hofnachfolge zu konzentrieren und dabei Projekte auf nationaler wie europäischer Ebene voranzutreiben.

Die ländlichen Räume mit ihren Menschen, Chancen und Problemen hatte Barbara Bißbort (25) bereits in den vergangenen 2 Jahren ihrer Vorstandsarbeit im Fokus. Mit Leidenschaft und analytischem Gespür hatte die Bankerin aus der Pfalz belastbare Netzwerke aufgebaut, die sie aus- und in der jetzt beginnenden Amtsperiode auf internationaler Ebene aufbauen will.

Christoph Daun (29) bleibt dem BDL als stellvertretender Bundesvorsitzender erhalten. Die Delegierten sprachen dem Landwirt aus Hörscheid ihr Vertrauen aus. Als Leiter des BDL-Arbeitskreises Agrarpolitik hatte er in den vergangenen 2 Jahren schwierige Themen wie Schweinehaltung und die zukunftsfähige Umgestaltung der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) der EU angepackt. Er werde auch künftig unbequeme Forderungen nicht scheuen, um die Agrarpolitik im Sinne der Junglandwirte zu gestalten.

Nicht mehr im Vorstand ist Daniel Kopperschmidt aus Berlin-Brandenburg, der nicht kandidierte. Die Lücke füllt Lukas Stede aus Nordhessen. Der Wirtschaftsingenieur und derzeitige Student der Politikwissenschaft ist für den BDL kein Unbekannter, denn er vertrat die Hessische Landjugend dort. Seit Jahren setzt sich der 23-Jährige für eine stärkere Beteiligung junger Menschen im politischen Geschehen ein und wird das nun mit BDL-Mandat auf Bundes- und Europaebene fortsetzen.

Die Bundesmitgliederversammlung entschied sich, auch die ehemalige deutsche Weinprinzessin Mara Walz (27) erneut in den Vorstand zu kooptieren. Die Winzerin, die derzeit Agribusiness studiert, hat die Herausforderungen im Weinbau im Blick. Die Baden-Württembergerin bleibt damit Leiterin des BDL-Arbeitskreises „Deutsche JungwinzerInnen“. Sie will die Zusammenarbeit des Nachwuchses weiterhin fördern und fachpolitische Diskussion anschieben, um aktiv Zukunft im ländlichen Raum zu gestalten.

Bei aller inhaltlichen Arbeit blieb aber auch noch Raum zum gegenseitigen Kennenlernen und Austausch. Und mit der Besichtigung des Bundesbankbunkers, in dem viele Jahre während des Kalten Krieges eine geheime Notstandswährung gelagert wurde, kam auch die jüngere Zeitgeschichte nicht zu kurz. Beeindruckt waren die Landjugendlichen aus ganz Deutschland von der Enge und spartanischen Einrichtung des Bunkers tief im Berg. Mit einem Fußmarsch gelangten die Landjugendlichen auf die Reichsburg Cochem. Mit einer Führung durch die Burg wurde die ältere Geschichte des Cochemer Landes lebendig. Den krönenden Abschluss bildete eine historische Gasterey im Gewölbekeller der Reichsburg unter der Führung des „Burggrafen“ und mit stilgerechter Musik der Spielleute in historischen Gewändern. Der Präsident des Bauern- und Winzerverbandes Rheinland-Nassau Michael Horper hatte die Landjugendlichen mit großem Vergnügen im Rahmen des „Rittermahles“ in seinem Verbandsgebiet willkommen geheißen und sie dazu aufgerufen sich aktiv für ihre Belange einzusetzen. Der Berufsstand brauche zielstrebigen und engagierten Nachwuchs. Mit vielen schönen Erinnerungen reisten die Landjugendlichen am Sonntagmittag wieder in alle Himmelsrichtungen nach Hause.

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